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Auflösung
Linus M via Internet, fragt:
Wie funktioniert Hypnose neurobiologisch?

Mit ihrer Hilfe lässt sich ein ganz eigener, veränderter Bewusstseinszustand hervorrufen: Hypnose. Doch was passiert eigentlich im Gehirn, wenn man sich in Trance befindet?

Die Antwort der Redaktion lautet:

Professor Wolfgang H. R. Miltner, Inhaber des Lehrstuhls für Biologische und Klinische Psychologie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena: Wenn wir diese Frage vollständig beantworten könnten, wäre die Hirnforschung ein großes Stück weiter. Das Grundproblem ist: Um Hypnose neurowissenschaftlich zu untersuchen, muss der Zustand Hypnose erst einmal klar definiert sein – und das ist er nicht. Von einem hypnotischen Zustand sprechen die einen bereits, wenn man einen Schnitt in die Haut zwar noch spürt, ihn aber als weniger schmerzhaft empfindet; die anderen sprechen davon erst, wenn man den Schnitt nicht einmal mehr spürt.

Momentan werden rund ein Dutzend Hypothesen diskutiert, wie das Gehirn Hypnose hervorbringt. Die meisten Wissenschaftler glauben, dass ein Vorgang namens Dissoziation entscheidend ist. Dabei scheint das Gehirn unter Hypnose verschiedene Informationsanteile eines Reizes nicht mehr zu einem Ganzen zusammenzubringen, zum Beispiel die Wahrnehmung der Intensität und der Dauer oder den emotionalen Aspekt.

Mit meinen Mitarbeitern habe ich das für die Schmerz-Abschaltung mit Hypnose untersucht. Dabei saßen die Versuchsteilnehmer der Kontrollgruppe einfach nur ruhig da und bekamen nacheinander rund 300 schmerzhafte Hitze-Reize auf einen Finger. Daraufhin sollten sie sagen, wie schmerzhaft sie den Reiz empfanden und wie viel Widerwillen er hervorrief. Die Personen der zweiten Versuchsgruppe wurden hypnotisiert; dabei wurde ihnen suggeriert, ihre Hand sei völlig taub. In diesem Zustand wurden sie mit denselben Reizen stimuliert. Die Probanden der dritten Gruppe bekamen die gleichen Reize, allerdings waren sie nicht hypnotisiert, sondern wurden abgelenkt: Sie sollten einer Geschichte zuhören, um sie später nachzuerzählen. Bei allen drei Gruppen wurden während des Experiments die Hirnströme aufgezeichnet.

Da haben wir entdeckt, dass die Nervenzellen im Gehirn unterschiedlich aktiv gewesen waren: Bei den Kontrollpersonen zeigte das Elektroenzephalogramm (EEG) während der Reizung einen starken Ausschlag. Bei den Personen, die durch die Geschichte abgelenkt worden waren, waren die Reize weniger intensiv und wurden auch als weniger schmerzhaft beschrieben. Die Information über die Reizstärke ist also offensichtlich nicht komplett im Gehirn angekommen. Bei den hypnotisierten Personen zeigte sich indes: Sie hatten ähnliche EEG-Kurven wie die Kontrollpersonen, erlebten die Reize aber weniger schmerzhaft, so ähnlich wie die abgelenkten Personen.

Neurobiologisch bedeutet das: Unter Hypnose können verschiedene Verbände von Nervenzellen nicht mehr miteinander kommunizieren. Betroffen sind zum Beispiel Neuronen-Verbände, die unterscheiden, ob der Reiz als kurz und pulsierend empfunden wird oder früher schon einmal erlebt wurde. Für diese Dissoziation ist das Frontalhirn verantwortlich: Unter Hypnose scheint es die Kommunikation zwischen verschiedenen Netzwerken, die einzelne Reizaspekte bearbeiten, abzuschalten. Wenn der Hypnotiseur schließlich seinen Patienten zurückholt, schaltet das Frontalhirn den Informationsaustausch zwischen den einzelnen Netzwerken wieder ein und alles wird wieder normal erlebt.

Aufgezeichnet von Franziska Badenschier

Und das waren die Antworten der User
Gizella ..

Bühnenhipnose : Die Leute die sich melden,lassen sich eh schon selber fallen,(Selbsthypnose) wollen mal in Mittelpunkt stehen, Der Hypnotisör hat da ein Lechtes Spiel.
Der Hypnotisör hat auch auch eigene Leute in Publikum, die sich ebenfalls melden (mitspielen), die braucht Er für Sicherheit...
Rauchenentzug : Wenn jemand zu Hypnotisör geht, hat sich schon Entgültig entschlossen aiufzuhören., und hat wahrscheinlich schon mehrere Versuche hinter sich. Wäre ganz schön Dumm, wenn da nicht aufhören würde, wo er sooo viel geld für die Hypnose bezahlt. Da hat der Hypnotisör ebenfalls leichtesS spiel.





10.09.2012 07:18 Uhr
Gizella ..

Hypnose kann zusätzlich helfen, bei eine Entscheidung.
10.09.2012 07:22 Uhr
Linus M

Hallo Gizella,

Wenn ich Sie richtig verstehe, sprechen Sie der Hypnose und den eingesetzten Suggestionen höchstens einen Placebo-Effekt zu?
Wenn also jemand an die Wirkung dieser Methode glaubt, wird sie auch Erfolg haben, andernfalls nicht?
Ich lese immer wieder, das Hypnose tatsächlich nur funktionieren würde, wenn der Proband/Patient dies auch möchte. Allerdings würde diese Tatsache nicht ausreichen, um Hypnosetechniken eine tatsächliche Wirkung (also unabhängig vom Placeboeffekt) abzusprechen. So wirken Suggestionen vielleicht nur, wenn sich der Proband körperlich entspannt, ähnlich dem Schmerzmittel, welches nur dann seine allgemeine Wirkung entfaltet, wenn es auch wirklich eingenommen wird.
Die Bereitschaft zur Hypnose als Vorraussetzung für deren Erfolg spricht also warscheinlich nicht für einen reinen Placeboeffekt bezüglich der Wirkung.


Setzt man aber eine allgemeingültige Wirkung der Hypnose voraus, was glauben sie dann, wie die Suggestionen neuronal wirken?
Ähnlich wie die Bereitschaft zur Hypnose eine Vorraussetzung zu sein scheint, ist es wohl auch mit den neuronalen Representationen der suggerierten Handlungen: Niemand lernt eine Fremdsprache, nur weil im während der Hypnose gesagt wird "Du sprichst nun fließend chinesisch" - die neuronalen Netzwerke, die für diese Handlung nötig wären, sind eben einfach nicht vorhanden.
Wenn aber suggeriert wird, nach dem Erwachen eine Hand nicht mehr zu bewegen, sollte das wohl funktionieren. Im Gegensatz zum Sprechen einer Fremdsprache ist diese Handlung schließlich im Gehirn repräsentiert: Jeder kann bewusst eine Hand still halten, folglich sollte dies auch über Suggestionen herbeigeführt werden können.
Der zentrale Punkt bei der Hypnose scheint aber zu sein, dass ein breites Spektrum an Handlungen unmittelbar ausgelöst werden können. Der Proband hinterfragt viel weniger. Im Wachzustand würde die Aufforderung „Du hältst nun die rechte Hand still“ eher ein Stirnrunzeln hervorrufen als die gewollte Handlung. Während der Trance aber scheinen direkt jene neuronalen Schaltkreise angesprochen zu werden, die die Bewegung der Hand hemmen. Es sind offenbar keinerlei andere (übergeordnete) Netzwerke aktiv, welche das unterbinden könnten.

(Nur in einigen Fällen scheint das noch so zu sein: Niemandem kann befohlen werden, den Atem an zu halten oder andere Dinge zu tun, die er/sie partout nicht möchte. Sind hier auch übergeordnete Netzwerke aktiv, die das unterbinden, oder sind solche Handlungen auch schlicht nicht repräsentiert?)

Wohl aber scheinen die Sinnesorgane noch empfänglich zu sein, ähnlich wie im Wachzustand. Die Erregungsschwelle ist also lange nicht so hoch, wie während des normalen Schlafs. Dennoch scheinen die „kritischen Instanzen“ des Nervensystems zu großen Teilen ausgeschaltet.
Das wäre vielleicht nicht mehr, als die automatisierte Reaktion auf Umweltreize während des Übergangs zum Schlaf - wenn da nicht die Folgen der Suggestionen nach dem Erwachen wären: Angeblich werden ja suggerierte Handlungen auch nach Erwachen aus der Trance noch weiter ausgeführt, obwohl sich der Proband wach fühlt, das Gehirn also eigentlich wieder normal arbeitet.
Wie ist das zu erklären?
Was ist diese hypnotische Trance?





























10.09.2012 13:19 Uhr
Gizella ..

Hallo Linus M

Bühnen Hypnose habe ich gesehen, einmal sogar mitgemacht. Ich habe nicht das geringste gespürt. Ich habe das ganze so interpretiert, wie ich beschrieben habe.
Ich kannte Jemand, der das Rauchen mit hypnotische hilfe aufgegeben hat.
Er sagte : "Hypnose ist mein Letzter Hoffnung"

Lieber Linius M, ich kann über Hypnose Allgemein nicht urteilen, dazu bin ich viel zu wenig Kompetent.. Ich bin gespannt, auf die Auflösung .
10.09.2012 21:17 Uhr
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