Skip to content. | Skip to navigation

 
Editorial
Moral und Schuld

Moral und Schuld

Ethisches Handeln ist die Grundlage menschlichen
Zusammenlebens – und ein spannender Forschungsgegenstand.
Denn die Ergebnisse verraten viel über den Menschen.

Du sollst nicht töten. Dieser Satz ist die wohl wichtigste Regel des menschlichen Zusammenlebens. Solche Normen aufzustellen und Verstöße dagegen zu ahnden, gehört zu den zentralen Mechanismen jeder Gesellschaft: Menschen sind Tiere mit Moral.

Auch die Hirnforschung interessiert sich für unser ethisches Handeln. In Studien fordern Forscher ihre Probanden zum Flunkern auf oder vergleichen Hirnaktivitäten von Verbrechern mit denen unbescholtener Bürger. So wollen sie herausfinden, wie moralische Entscheidungen im Gehirn ablaufen.

Vieles ist noch ungeklärt: Gibt es einen freien Willen? Ist es möglich, Verbrecher durch einen Blick in ihr Gehirn zu erkennen? Kann man moralisches Verhalten lernen? Unsere Autoren sprachen mit Neurowissenschaftlern, Rechtsexperten und Philosophen – und lernten, dass es selten einfache Antworten gibt.

Dennoch gelangen vorläufige Erkenntnisse der Neurowissenschaft bereits in den Alltag: Rechtsanwälte interpretieren Hirnscans von Delinquenten vor Gericht, Firmen bieten Lügen-Tests im Hirnscanner an. So kritisch das sein mag, es zeigt: Die Neurowissenschaft der Moral verändert die Art, wie wir über Menschsein und menschliches Handeln denken. Grund genug, sich eine eigene Meinung zu bilden.

Moral in Zeiten der Hirnforschung

Artikel
Der Feind in meinem Kopf
Ein Palästinenser sprengt einen Bus in die Luft, Israelis bombardieren Wohnhäuser: Forscher am Massachusetts Institute of Technology untersuchen, was im Kopf von Menschen vorgeht, denen Mitgefühl und Verständnis für die gegnerische Seite fehlen.
Das aggressive Geschlecht
Jack the Ripper, Ted Bundy und der Rhein-Ruhr-Ripper hatten zwei Dinge gemeinsam: Sie waren Serienmörder und sie waren Männer. Die meisten Gewaltverbrechen werden von Männern begangen. Die Forschung will klären, warum das so ist.
„Zivilcourage erleichtert Opfern die Situation“
Fast jeder ist überzeugt, dass er anderen in Notsituationen helfen würde. Passiert dann tatsächlich ein Unrecht, greift kaum jemand ein. Warum wir so selten Zivilcourage zeigen, erklärt Kai Jonas von der Universität Amsterdam im Interview.
  1 von 3  
Top
„Glückshormone“ & Co.: Ohne Neurotransmitter könnten Nervenzellen nicht kommunizieren
Ihr Charisma ist oft nur eine Maske. Psychopathen empfinden keine Empathie für ihre Opfer.
Das limbische System steuert nicht allein das Gefühlsleben. Und es hat noch weitere Aufgaben.
Ausgeschlafen ist besser: Schlafbuch-Autor Peter Spork plädiert für mehr und besseren Schlaf.
Ein Experte beantwortet Fragen im Themenfeld Schule und Lernen. Von Lehrern, Eltern, Schülern ...
Die Hälfte des Gehirns besteht aus Gliazellen. Ihre Bedeutung wurde lange nicht erkannt.
My Brain